Mittwoch, 30. Januar 2019

Emilie Chevalley und Sophie Tambini mit dem Prix Interiman-Humanys ausgezeichnet

Im Rahmen des Salon RH Suisse in Genf wurde erneut der Prix Interiman-Humanys verliehen, der wie jedes Jahr die beste Abschlussarbeit des Master of Advanced Studies in Personalwirtschaft (MRHC) auszeichnet. Als Autorinnen einer Forschungsarbeit über die Einführung von Jobsharing bei Unternehmen in der französischen Schweiz durften sich Emilie Chevalley und Sophie Tambini über ein Preisgeld in Höhe von 7'500 CHF freuen.

Jobsharing, eine Lösung mit Zukunft? Das wollten auch Emilie Chevalley und Sophie Tambini wissen, die diese Frage zum Thema ihrer Abschlussarbeit im Rahmen des Master of Advanced Studies in Personalwirtschaft (MRHC) machten. Ihr Ausgangspunkt war dabei die Feststellung, dass dieses Arbeitsmodell von Unternehmen nur selten vorgeschlagen wird, obwohl es in ihren Augen aus mehreren Gründen für sowohl das Unternehmen als auch den Arbeitnehmer interessant ist. « Angesichts der Herausforderung, die mit der demographischen Entwicklung über die nächsten Jahre einhergehen wird, sowie dem zunehmenden Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance bei Arbeitnehmern wollten wir untersuchen, welche Faktoren der Umsetzung eines Jobsharing-Modells im Unternehmen im Wege stehen und welche sie begünstigen », erklären die beiden Preisträgerinnen. Ein Projekt, das umso relevanter ist, als es nur begrenzte Literatur in diesem Bereich gibt und sich nur wenige qualitative Studien mit dieser Thematik in der französischsprachigen Schweiz beschäftigen.

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Reaktion auf einen dringenden betrieblichen Bedarf

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Forschungsarbeit ist, dass Jobsharing selten Bestandteil der Organisationsplanung eines Unternehmens darstellt. Schuld daran ist die grundlegende Schwierigkeit bei der Umsetzung eines Modells, das gleichzeitig eine Sensibilisierung und die Unterstützung der Personen im Umfeld der sich den Job teilenden Mitarbeiter erfordert (Vorgesetzte, Kollegen und Personalabteilung). Denn dass diese Zeit in das Modell investieren, ist entscheidend für dessen erfolgreiche Implementierung. « In unseren verschiedenen Gesprächen stellten wir fest, dass das Modell häufig infolge eines dringenden organisatorischen Bedarfs eingeführt wurde, ohne zu überlegen, wie sich dieses in der Praxis umsetzen lässt, wie sich die Stelle optimal aufteilen lässt oder wie eine geeignete Kommunikation innerhalb des Unternehmens sichergestellt werden kann », erklären Emilie Chevalley und Sophie Tambini. Ihrer Ansicht nach müsste HR bei der Einführung des Modells im Unternehmen eine aktivere Rolle auf allen Hierarchieebenen übernehmen und zwar in Form von « Coaching, der Erarbeitung von Richtlinien und bei der Anpassung der Prozesse ».

In diesem Zusammenhang stellt die Abschlussarbeit eine genaue Liste der am Prozess beteiligten Akteure zur Verfügung und verweist auf die Rolle der einzelnen Beteiligten. Diese lauten: Verankerung des Jobsharing-Modells im Alltag (Geschäftsführung), Schaffung der organisatorischen Voraussetzungen (Personalabteilung), Zustimmung für das Modell und Unterstützung seiner Umsetzung (Vorgesetzte) und eine positive Aufnahme innerhalb des Unternehmens (Kollegen). « Unsere Studie zeigt, dass die verschiedenen Akteure Jobsharing als organisatorische Veränderung betrachten, die es innerhalb einer Organisation einzuführen gilt und die damit Sache aller ist », so die Autorinnen der Forschungsarbeit weiter, die die Schaffung eines Kommunikationsprozesses basierend auf vier Säulen befürworten (siehe Kasten).

Geschätzte Anerkennung

Was die Überreichung des Prix Interiman-Humanys im Rahmen des Salon RH in Genf angeht, stellt sie für die Preisträgerinnen das Ergebnis einer Forschungsarbeit dar, die einen wesentlichen Beitrag zur genaueren Untersuchung dieses Arbeitsmodells geleistet hat. « Wir freuen uns sehr, dass HR-Partner wie die Interiman Group sich für die Forschung an Hochschulen interessieren und diese langjährige Arbeit einen positiven Anklang bei Fachleuten gefunden hat. Diese Auszeichnung ist auch für Studierende des MRHC-Studiengangs ermutigend, deren Arbeit so durch wichtige Anbieter im Personalbereich gewürdigt wird. »

Zur Erinnerung: Jedes Jahr werden rund zehn der mehreren Dutzend Abschlussarbeiten des Studiengangs MRHC einer Jury aus Wissenschaftlern und Branchenexperten zur Bewertung vorgelegt. Nur Arbeiten werden berücksichtigt, die die Höchstnote 6 erhalten haben oder eine Bewertung von mehr als 5, sich aber mit einer besonders interessanten Fragestellung befassen. Eines haben die Teilnehmer gemeinsam: Sie alle stammen aus der Berufswelt, wo sie in einer leitenden Position oder im operativen Bereich, als Berater oder Führungskraft tätig sind. Und sie möchten sich alle ein besseres Verständnis von den Grundlagen des Personalmanagements und der Personalwirtschaft aneignen.

Die vier Säulen eines effektiven Kommunikationsprozesses

In ihrer Abschlussarbeit argumentieren Emilie Chevalley und Sophie Tambini für die Einführung eines Kommunikationsprozesses auf Grundlage der folgenden vier Säulen*:

  1. Teilen einer Vision: « Die Geschäftsführung sollte die Gründe für die Einführung des Jobsharing-Modells innerhalb des Unternehmens vermitteln und warum dieses wichtig ist. Dies können externe oder interne Gründe sein, wie zum Beispiel das Anliegen, den Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu ermöglichen oder Spitzentalente zu binden. »

  2. Vorstellung des Modells: « Das Unternehmen sollte darauf achten, das Jobsharing-Modell innerhalb der gesamten Organisation vorzustellen, und erläutern, was Jobsharing ist und welche Auswirkungen es hat. »

  3. Aufklärung über Vor- und Nachteile des Modells: « Diese Sensibilisierung ist notwendig, damit die einzelnen Akteure das Modell nachvollziehen und annehmen können. »

  4. Austausch von Erfolgsbeispielen und Erfahrungen: « Direkte Vorgesetzte, Partner und Kollegen haben unterschiedliche Hintergründe und Ansichten und sollten ihre Erfahrungen teilen. Denn diese vielfältigen Erkenntnisse sind unserer Ansicht nach entscheidend, um vorhandene Abläufe zu optimieren. »